Zum zweiten Mal hat der Bundesverband E-Commerce (bevh) das Retourenkompendium veröffentlicht. Eine dicke wissenschaftliche Lektüre über Retouren und es steht viel Interessantes drin!

Die Corona-Pandemie und viele Zeit, die die Menschen auf dem Sofa verbringen mussten, statt im Freien oder in Geschäften in der Stadt, hat sich stark auf das Retourenverhalten von Verbrauchern ausgewirkt, heißt es im Kompendium. Die Autoren beziehen sich auf einen großen Versandhändler, der deutliche Unterschiede im Einkaufsverhalten festgestellt hat. So würden Kunden deutlich bedarfsgerechter und bewusster kaufen. Während der schweren ersten Pandemie-Monate habe es somit eine deutlich niedrigere Quote von Retouren gegeben, denn gerade Spontankäufe seien eingebrochen.

Verändertes Einkaufsverhalten 2020

Das hat sicherlich auch etwas damit zu tun, dass die Menschen in dieser Zeit stärker auf ihr Geld geachtet haben – aus Sorge vor einem möglichen Verlust des Jobs oder anfallenden Kosten durch das Virus. Die Universität Bamberg hat sich laut bevh ebenfalls mit dem Retourenverhalten 2020 beschäftigt. Die Uni hat demnach 103 Unternehmen befragt: Vor allem Mode- und Möbelhändler hatten deutlich niedrigere Retourenzahlen zu verzeichnen. “Als Gründe für den Rückgang der Retourenquoten nannten die Befragten vor allem ein verändertes Bestellverhalten der Kunden (mehr Bestellungen, die sich am tatsächlichen Bedarf orientieren) und die Erschließung neuer Kundengruppen”, so heißt es im Kompendium.

Der Verband vermutet, dass auch viele “Silver Surfer” – also User ab 60 Jahren – in der Pandemie erstmalig online eingekauft hätten. Die Gruppe scheint ein eigenes Retourenverhalten aufzuweisen und generell eher wenig zurückzuschicken, so die Schlussfolgerung der Forscher.