Während Kleidung oder Elektrogeräte problemlos über Retourenhändler wie uns zurück in den Handel gebracht werden können, ist das mit Lebensmitteln nicht möglich. Zukünftig könnte eine Künstliche Intelligenz dabei helfen, Lebensmittelverschwendung zu verringern.

Zwölf Millionen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland jährlich im Müll. 30 Prozent davon werden sogar schon vor der Auslieferung, also direkt nach der Herstellung vernichtet. Diese Zahlen veröffentlichte das Fraunhofer-Institut. Denn im Gegensatz zu Kleidung, Spielzeug oder Elektronik können Lebensmittel nicht wieder in den Handel gebracht werden. Während Retourenhändler bei unverderblicher Ware den Produkten ein zweites Leben schenken und euch damit Schnäppchen und Rabatte ermöglichen können, landen Lebensmittel im Müll.

Wie funktioniert das?

Insgesamt 30 Institutionen haben sich bereits vor eineinhalb Jahren zu REIF (Resource-Efficient, Economic and Intelligent Foodchain) zusammengeschlossen, um die Horrorzahlen in der Lebensmittelvernichtung zu verbessern. “Die Ursachen vermeidbarer Abfälle sind vielfältig. Sie reichen von Überproduktion über Schwankungen der Rohstoffqualität bis hin zu optischen Anforderungen, die die Lebensmittel nicht erfüllen. Die REIF-Projektpartner fokussieren sich auf Molkereiprodukte, Fleisch- und Backwaren”, teilte das Fraunhofer-Institut damals mit.

Besonders interessant dabei ist, dass künftig eine künstliche Intelligenz dabei helfen könnte, exakte Mengen zu berechnen und so den Abfall zu reduzieren. »Wir bringen dabei KI in die gesamte Wertschöpfungskette und insbesondere in den Bereich der Produktion. Dafür adaptieren und selektieren wir die entsprechenden Algorithmen je nach Anwendungsfall«, so Patrick Zimmermann, Wissenschaftler am Fraunhofer IGCV. Die Potenziale seien jedoch unterschiedlich. Das Beispiel eines Fleischverarbeiters: Die Temperatur und die Dauer des Mischvorgangs beeinflussen das Mindesthaltbarkeitsdatum, doch die KI kann das durch kleine Anpassungen und Überwachung des Prozesses verbessern. Das Mindesthaltbarkeitsdatum verlängert sich und die Wahrscheinlichkeit, dass das Essen zum Schluss in die Tonne wandern muss, sinkt.